Was bei der Erstabnahme anders ist
Bei einem Serienfahrzeug gibt es ein Prüfbuch, eine Herstellerbescheinigung und eine Anlage, die schon einmal abgenommen wurde. Bei einem Selbstausbau gibt es nichts davon. Deshalb ist die Erstabnahme mehr als die übliche Wiederholungsprüfung: Ich erfasse jedes Bauteil der Anlage mit Hersteller, Typ und Zulassung, prüfe die Verlegung der Leitungen, die Belüftung des Gaskastens und die Abgasführung der Geräte – und erst dann kommt die Dichtheits- und Funktionsprüfung, die auch jedes andere Wohnmobil durchläuft.
Das Ergebnis ist ein neu angelegtes Prüfbuch, in dem Ihre Anlage vollständig dokumentiert ist. Damit sind die folgenden Prüfungen alle zwei Jahre reine Routine, und bei einer späteren Umschreibung zum Wohnmobil oder beim Verkauf haben Sie den Nachweis in der Hand.
So muss die Anlage gebaut sein
Das sind die Punkte, an denen sich bei der Abnahme entscheidet, ob es klappt. Die Liste ersetzt nicht die Regel, deckt aber ab, was in der Praxis zählt:
- Gaskasten: Die Flasche steht in einem eigenen Kasten, der gegen den Wohnraum gasdicht abgetrennt ist und eine Belüftungsöffnung nach unten ins Freie hat. Propan ist schwerer als Luft – austretendes Gas muss nach unten abfließen können, nicht in den Innenraum. Die Flasche ist gegen Verrutschen und Kippen gesichert, das Ventil bleibt erreichbar.
- Druckregler: Ein für Freizeitfahrzeuge zugelassener Regler mit 30 mbar Ausgangsdruck und Sicherheitseinrichtung. Soll die Heizung während der Fahrt laufen, braucht es einen Regler mit Crash-Sensor. Das Herstelldatum steht auf dem Regler; nach zehn Jahren ist er zu ersetzen.
- Schlauchleitung: Nur eine für Flüssiggas zugelassene Schlauchleitung mit Herstelldatum, so kurz wie möglich, ohne Knick und ohne Scheuerstellen – kein Gartenschlauch, kein Baumarkt-Pneumatikschlauch.
- Rohrleitungen: Fest verlegte Leitungen aus Kupfer oder Edelstahl, mit zugelassenen Schneidringverschraubungen (bei weichem Kupfer mit Stützhülsen), gegen Schwingungen befestigt und außerhalb von Bereichen, in denen sie beschädigt werden können. Durchführungen durch Boden und Wände sind abgedichtet und gegen Scheuern geschützt.
- Absperreinrichtungen: Jedes Gerät hat einen eigenen, gut erreichbaren und beschrifteten Absperrhahn. Wer den Kocher abstellen will, darf nicht die Heizung suchen müssen.
- Geräte: Kocher, Heizung, Kühlschrank und Boiler sind für den Einbau in Fahrzeuge zugelassen und haben eine Zündsicherung. Heizung und Kühlschrank führen ihre Abgase nach außen; ein Camping-Kartuschenkocher als fester Einbau ist keine Lösung.
- Lüftung: Der Wohnraum hat eine dauerhaft offene Zwangsbelüftung, die nicht verschlossen werden kann – meist in Boden und Dach.
Was genau bei der Prüfung selbst passiert – Sichtprüfung, Druckprüfung mit 150 mbar, Funktionsprüfung –, lesen Sie im Beitrag Was wird bei der Gasprüfung geprüft?
Die häufigsten Fehler bei Selbstausbauten
- Flasche im Wohnraum oder in einem Staukasten ohne Belüftung nach unten. Der häufigste und gefährlichste Fehler – und der einzige, den ich vor Ort nicht beheben kann.
- Gaskasten nicht gasdicht zum Innenraum. Ein Möbelkasten mit Tür ist kein Gaskasten. Fugen, Kabeldurchführungen und Deckel müssen dicht sein.
- Schlauch statt Rohr. Eine drei Meter lange Schlauchleitung quer durchs Fahrzeug fällt durch. Schlauch gehört nur an den Regler, danach wird fest verlegt.
- Verschraubungen ohne Zulassung – Sanitär- oder Pneumatikteile aus dem Baumarkt, Teflonband, Hanf. Für Flüssiggas gibt es eigene Bauteile, und nur die werden abgenommen.
- Kocher ohne Zündsicherung, oft ein günstiger Einbaukocher aus dem Internet ohne Fahrzeugzulassung.
- Heizung ohne dichte Abgasführung oder mit Kamin unter einer Markise, an einem Fenster oder zu nah an der Tankentlüftung.
- Kein Absperrhahn oder ein Hahn, an den man nur kommt, wenn man das Bett ausbaut.
Die meisten dieser Punkte sind mit überschaubarem Aufwand zu beheben, wenn man sie vor dem Termin kennt. Deshalb der Vorab-Check per Foto – er kostet nichts und spart die Wiederholungsprüfung.
So läuft die Erstabnahme ab
- Fotos schicken. Gaskasten offen, Regler und Schlauch, Leitungsverlauf, jedes Gerät mit Typenschild – per WhatsApp oder E-Mail. Ich melde mich mit einer ehrlichen Einschätzung und einer Liste, was gegebenenfalls noch fehlt.
- Termin buchen. Online oder telefonisch, bei Ihnen zu Hause, am Stellplatz oder in der Werkstatt, in der Sie ausbauen. Montag bis Samstag 8 bis 20 Uhr, sonntags 10 bis 16 Uhr.
- Abnahme vor Ort. Erfassung aller Bauteile, Sicht- und Dichtheitsprüfung, Funktionsprüfung aller Geräte mit Gas. Rechnen Sie mit 45 bis 60 Minuten. Bringen Sie eine Flasche mit Inhalt mit.
- Prüfbuch, Bescheinigung, Plakette. Ich lege das Prüfbuch an, fülle es aus und klebe die Plakette – gültig zwei Jahre. Bei einem Mangel bekommen Sie eine schriftliche Liste; kleine Dinge wie Schlauch, Regler oder eine Verschraubung erledige ich direkt.
Was die Erstabnahme kostet
| Posten | Preis |
|---|---|
| Erstabnahme nach G 607 inkl. Anfahrt, Sicht-, Dichtheits- und Funktionsprüfung, Plakette | 69 € |
| Neues Prüfbuch inkl. Erfassung der Anlage | 29 € |
| Vorab-Check per Foto oder Telefon | kostenlos |
| Tausch von Schlauch oder Regler beim Termin | nur Material |
| Wiederholungsprüfung, falls nötig | 49 € |
Anfahrt bis 45 km Fahrstrecke inklusive, bis 60 km 25 € Pauschale. Bezahlung vor Ort, bar oder per Karte. Alle Preise sind Endpreise nach § 19 UStG – zur Preisübersicht.